Berichte zu den zuletzt stattgefundenen Führungen

Rückblick auf die Führung Rheinpromenade & Rheinauhafen mit Köbes Colonius am 19.04.2026

                   

Die Führung mit Köbes Colonius begann am Kölner Pegel – und direkt mit einer spannenden Frage: Wie liest man eigentlich den Wasserstand auf der Pegeluhr richtig ab? Obwohl vermutlich alle schon einmal auf die Uhr geschaut haben, wussten nur wenige die Antwort ganz genau: Der große Zeiger zeigt die Meter an, der kleine die Dezimeter. Und selbst wenn die Uhr „0“ anzeigt, liegt der Wasserstand immer noch bei typisch kölschen 1,11 Metern.

Von dort führte uns der Weg entlang der Rheinpromenade unter der Deutzer Brücke hindurch in Richtung Schokoladenmuseum. Dabei erfuhren wir, dass Köln insgesamt sieben Brücken besitzt – alle im bekannten Adenauergrün. Fünf davon dienen dem Straßenverkehr, zwei sind reine Bahnbrücken.

Wo heute das Schokoladenmuseum steht, befand sich früher das Zollgebäude des Hafens. Noch heute blickt dort St. Nikolaus, der Patron der Binnenschiffer, auf den Rhein und die vorbeiziehenden Schiffe.

Der Bereich der Promenade im Rheinauhafen verbindet auf besondere Weise Geschichte und Moderne. Alte Speichergebäude treffen hier auf zeitgenössische Architektur. Auf zahlreichen Informationstafeln wird die Entwicklung des Rheinauhafens anschaulich dargestellt – eine spannende Zeitreise durch viele Jahrzehnte Kölner Stadtgeschichte.

Im Mittelalter war Köln eine bedeutende Handelsmetropole, und der Hafen spielte dabei eine zentrale Rolle. Schiffe, die Köln passierten, mussten ihre Waren entladen und diese zunächst drei Tage lang zum Verkauf anbieten, bevor sie ihre Reise fortsetzen durften.

An diese Zeit erinnern heute noch einige historische Hafenkräne unter Denkmalschutz. Das Bild der Promenade wird jedoch vor allem von den modernen Kranhäusern geprägt. Die drei Gebäude entstanden zwischen 2006 und 2010, wobei die Bauzeit jeweils rund zwei Jahre betrug. Während das mittlere und das südliche Kranhaus ausschließlich Büroräume beherbergen, befinden sich im nördlichen Gebäude Wohneinheiten.

 

Am Harry-Blum-Platz steht außerdem das ehemalige Hafenamt, ein sehr schönes gut erhaltenes Gebäude, das heute für Büros genutzt wird:

 

Den Abschluss unserer Tour bildete der Alte Herkules – ein ganz besonderer Hafenkran. Mit einer Tragkraft von bis zu 30.000 Kilogramm war er 1924 in der Lage, den „Dicken Pitter“ nach dessen Ankunft auf dem Rhein vom Schiff zu heben, damit die Glocke anschließend ihren Platz im Kölner Dom einnehmen konnte.

Ein herzliches Dankeschön gilt Guido Hofmann, dem Köbes Colonius, der uns 
mit viel Wissen und spannenden Geschichten durch den Nachmittag begleitet 
und geduldig alle Fragen beantwortet hat. 
Ebenso bedanken wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 
die die Führung mit großem Interesse begleitet haben.  

Bettina Weber, 19.04.2026

Rückblick auf Werksführung bei Ford in Köln Niehl am 30.01.2026

               
📷Auto-Medienportal.Net/Ford

Die Ford Werke sind ein fester Bestandteil von Köln und nehmen nicht nur einen großen Platz in der Stadt sondern auch in der
Geschichte ein. 
Unsere erste Führung im neuen Jahr führte uns in das Werk nach Niehl. 
Bei winterlichen Temperaturen fuhren uns die Mitarbeiter von Ford in der werkseigenen  Bimmelbahn durch die verschiedenen Hallen und ließen uns die Produktionsschritte und modernen Technologien besichtigen. 

1925 entstand erstmals ein Ford Werk in Deutschland, nämlich im Berliner Westhafen.
Das Werk wurde allerdings schnell zu klein und es musste ein neuer, größerer Standort gefunden werden. Konrad Adenauer war es zu verdanken, dass Köln dafür den Zuschlag bekam und 1930 der Grundstein für das Werk in Niehl gelegt wurde. Bereits ein Jahr später, 1931, wurde das Werk mit 619 Mitarbeitern eröffnet. 

Seitdem wurden in Köln bisher ca. 18 Millionen Fahrzeuge produziert. 
Der Ford Fiesta stellt mit seiner Produktionszeit von 40 Jahren und etwa 9 Millionen Fahrzeugen, die in Köln vom Band liefen, einen der erfolgreichsten Kleinwagen der Automobilgeschichte dar.

Die Veränderungen in der Fahrzeugindustrie waren auch für Ford in Köln eine Herausforderung, die es zu stemmen galt. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Entlassungen und Gerüchte um den Fortbestand des Werks. 
Ford hat rund 2 Mrd. US Dollar in den Umbau des ehemaligen Kölner Fiesta-Werkes investiert. 2023 ist daraufhin das Cologne Electric Vehicle Center entstanden, ein Werk für ausschließlich rein batterieelektrische Fahrzeuge. Hier laufen die neuen Elektrofahrzeuge Ford Explorer und Ford Capri vom Band. 

Das Werk erstreckt sich mittlerweile auf 2,4 km2  und beschäftigt 11.500 Mitarbeiter aus 50 Nationen. Im 1 Schicht-System werden 440 Fahrzeuge pro Tag produziert (Endmontage).  

Neueste Technologien kommen hier zum Einsatz, Roboter übernehmen mittlerweile schwere, körperlich extrem belastbare, aber auch äußerst präzise Arbeiten. Sie kalibrieren sich immer wieder selbst und in einigen Arbeitsschritten gibt es Toleranzen nur noch im zehntel Millimeterbereich – für unser Auge praktisch unsichtbar. Computer überwachen die Prozesse und die Arbeitsstationen werden zum Großteil automatisch mit Materialnachschub versorgt.
So sahen wir in einigen Hallen nur wenige Mitarbeiter. Sie sind für die Überwachung der Computer zuständig und setzen instand, wenn etwas zum Stillstand kommt. 

In der Endmontage waren erfreulicherweise wieder mehr Mitarbeiter im Einsatz. Denn so hilfreich Maschinen auch sind – für bestimmte Arbeitsschritte bleiben das menschliche Auge und das Fingerspitzengefühl unverzichtbar.

 

Ein herzliches Dankeschön an die Ford-Mitarbeiter, die uns mit so vielen Informationen versorgt haben und alle unsere Fragen während und nach der Führung beantwortet haben. Der Dank geht aber natürlich auch an alle Teilnehmer, die mit so großem Interesse 
bei dieser Führung mit dabei waren. Es war toll, eine so große Gruppe von 
Mitgliedern und Gästen mit dabei zu haben!

Bettina Weber, 30.01.2026

 

Rückblick auf die Nacht Raum Dom Führung am 28.11.2025

Der Dom ist uns allen sicherlich schon von unzähligen Besuchen bekannt – innen wie außen und sogar hoch oben auf dem Dach. Aber wer hat den Dom schon einmal zu später Stunde  besucht, wenn keine anderen Besucher mit dabei waren?
Bei der Nacht Raum Dom Führung hatten wir die Gelegenheit, den Dom in der abendlichen Atmosphäre ganz für uns allein zu haben. Parthena Trellopoulou-Pauli, studierte Kunsthistorikerin, führte uns zu dieser späten Stunde durch den Dom. 

Neben all dem, was wir in den Besucherströmen schon viele Male gesehen haben, war es vor allem die Stille im Dom, die uns beeindruckte. Wir hatten Ruhe und freien Blick auf alles, um uns umzuschauen und auf uns wirken zu lassen. Und die Wirkung war eine vollkommen andere als am Tag. 
Dabei war vor allem auch der Boden sehenswert, den man sonst kaum wahrnimmt.

Frau Trellopoulou-Pauli hat uns viele Informationen geliefert und Fragen beantwortet. Aber es war vor allem auch ihre eigene
Begeisterung für den Dom und seine Geschichte, mit der sie uns ansteckte und die diese Führung so interessant und kurzweilig machte.

Besonders sehenswert, weil sie sonst durch einen Vorhang verdeckt sind, waren die alten Domzeichnungen auf Ziegenhäuten. Den
ersten Teil fand man 1815, den zweiten 1816 in einem Pariser Antiquariat. Heute hängen die 4,50m hohen Zeichnungen gut geschützt hinter Glas im Dom.

Ein herzliches Dankeschön an Parthena Trellopoulou-Pauli, die uns mit großer Begeisterung durch den abendlichen Dom geführt hat. 
Der Dank geht natürlich auch an alle Teilnehmer, die mit so großem Interesse bei dieser Führung mit dabei waren. 

  

Bettina Weber, 28.11.2025