Berichte zu den zuletzt stattgefundenen Führungen
Rückblick auf die Nacht Raum Dom Führung am 28.11.2025
Der Dom ist uns allen sicherlich schon von unzähligen Besuchen bekannt – innen wie außen und sogar hoch oben auf dem Dach. Aber wer hat den Dom schon einmal zu später Stunde besucht, wenn keine anderen Besucher mit dabei waren?
Bei der Nacht Raum Dom Führung hatten wir die Gelegenheit, den Dom in der abendlichen Atmosphäre ganz für uns allein zu haben. Parthena Trellopoulou-Pauli, studierte Kunsthistorikerin, führte uns zu dieser späten Stunde durch den Dom.

Neben all dem, was wir in den Besucherströmen schon viele Male gesehen haben, war es vor allem die Stille im Dom, die uns beeindruckte. Wir hatten Ruhe und freien Blick auf alles, um uns umzuschauen und auf uns wirken zu lassen. Und die Wirkung war eine vollkommen andere als am Tag.
Dabei war vor allem auch der Boden sehenswert, den man sonst kaum wahrnimmt.

Frau Trellopoulou-Pauli hat uns viele Informationen geliefert und Fragen beantwortet. Aber es war vor allem auch ihre eigene
Begeisterung für den Dom und seine Geschichte, mit der sie uns ansteckte und die diese Führung so interessant und kurzweilig machte.

Besonders sehenswert, weil sie sonst durch einen Vorhang verdeckt sind, waren die alten Domzeichnungen auf Ziegenhäuten. Den
ersten Teil fand man 1815, den zweiten 1816 in einem Pariser Antiquariat. Heute hängen die 4,50m hohen Zeichnungen gut geschützt hinter Glas im Dom.

Ein herzliches Dankeschön an Parthena Trellopoulou-Pauli, die uns mit großer Begeisterung durch den abendlichen Dom geführt hat.
Der Dank geht natürlich auch an alle Teilnehmer, die mit so großem Interesse bei dieser Führung mit dabei waren.
Bettina Weber, 28.11.2025
Rückblick auf den Besuch bei Radio Köln am 30.10.2025

Radio Köln ist ein zum Privatrundfunk gehörender Lokalradiosender. Die Sendelizenz erhielt er 1991. 2026 steht also das 35jährige Jubiläum an.
Von Anfang 2014 bis September 2024 hatte der Sender seinen Sitz Köln-Mülheim. Seit September 2024 sendet Radio Köln aus der Redaktion im Medienhaus an der Amsterdamer Straße in Köln-Niehl. Dort haben wir den Sender besucht.
David Fernandez, aktuell noch Vorstandsassistent der Veranstaltergemeinschaft Radio Köln und ab 2026 Chefredakteur des Senders, empfing unsere Gruppe und führte uns in den Konferenzraum, der bereits mit Getränken und Plätzchen für uns vorbereitet war.
Anders als bei anderen Sendergruppen, wie z.B. dem WDR, gibt es hier nur ein Programm. Es wird ausschließlich durch Werbeeinnahmen finanziert. Die Zielgruppe liegt bei Menschen von 14-49 Jahren – so wie sie vor vielen Jahren festgelegt und nie wieder verändert wurde. Dabei sind es noch viel mehr Menschen, die täglich reinhören.
Radio Köln ist der größte der 44 Lokalradiosender und Teil der Rheinland Kombi. Diese besteht aus 7 Radiosendern, die von einem Gesellschafter angeführt werden.
Jeder Sender handelt redaktionell eigenständig, alle befinden sich aber miteinander in engem Austausch. Der Vorteil dieser Kombi liegt vor allem in der gemeinsamen Vermarktung mit großer regionaler Reichweite.

Live gesendet wird Montag bis Freitag von 6:00-20:00 Uhr. In der übrigen Zeit übernimmt ein Mantelprogrammanbieter, nämlich Radio NRW aus Oberhausen, den auch andere Lokalradiosender für die Zeit außerhalb der Livesendezeiten nutzen. Darüber hören wir dann Weltnachrichten statt lokaler Nachrichten und landesweite Werbung statt Werbung von lokalen Anbietern.
Die Sendelizenz verpflichtet zu 8 Stunden Liveprogramm. Radio Köln übertrifft diese Anforderung also deutlich.
Dazu ist der Sender gesetzlich verpflichtet, Bürgerfunk anzubieten. Radio Köln kommt dem von Montag bis Samstag von 20:00-21:00 Uhr nach. In dieser Zeit kann theoretisch jeder Radioprogramm bestehend aus Wort- oder Musikbeiträgen machen.
David erzählte uns über die unterschiedlichen Übertragungswege, UKW und DAB+, die Vor- und Nachteile der Techniken und wie Radio sich im Laufe der Zeit verändert hat.

Danach hatten wir die Möglichkeit, die beiden Senderäume zu besuchen und sogar während der Übertragung von Daniel Collmann live mit dabei zu sein. Er erzählte uns über sein Zeitmanagement und die Herausforderungen während einer Radiosendung. An diesem Freitag Nachmittag war es die Vielzahl der Verkehrsnachrichten!

Ein herzliches Dankeschön an David Fernandez, Daniel Collmann und alle Mitarbeiter von Radio Köln, die uns so freundlich empfangen, einen Einblick in ihre Arbeit gezeigt und all unsere Fragen beantwortet haben. Der Dank geht natürlich auch an alle Teilnehmer, die mit so großem Interesse bei dieser Führung mit dabei waren.
Bettina Weber, 30.10.2025
Rückblick auf „Loss mer jet durch Neppes jon…“ am 25.07.2025

Nippes ist ein buntes und lebendiges Veedel im gleichnamigen Stadtbezirk.
Während der Stadtbezirk knapp 120.000 Einwohner hat, hat das Veedel allein fast 37.000. Nippes ist einer der größten Vororte Kölns. Das Zentrum bildet die Neusser Straße, die sich längs durch das komplette Veedel zieht, mit zahlreichen Geschäften, Cafés und Kneipen.
In Riehl, das ebenfalls zum Stadtbezirk Nippes gehört, befinden sich außerdem der Botanische Garten (Flora) und der Kölner Zoo, der gerade erst sein 165-jähriges Bestehen feierte.
Pitt Hoff vom Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. führte uns heute durch das Veedel und zu einigen markanten und geschichtsträchtigen Orten.
Unser Treffpunkt lag an einem sehr zentralen Platz direkt an der Neusser Straße: am Brauhaus Em Golde Kappes, das vielen bekannt sein dürfte.
Markus Becker eröffnete hier bereits 1913 seine Kneipe. Den Namen hat das Traditions-Brauhaus von der gegenüberliegenden Florastraße, die vor 1864 noch Kappesgasse hieß - wegen der Kappes-Bauern in der Nachbarschaft. Noch heute erinnern der vergoldete Kohlkopf und der sechszackige Brauerstern über der Eingangstür an vergangene Zeiten

Besonders markant hier die 4 Charakterköpfe, die symbolisch stehen für den Choleriker, den Melancholiker, den Phlegmatiker und den Sanguiniker
Der Weg führte uns zunächst zum Baudriplatz und der dortigen St. Marien-Kirche.
Die Kölner Baudri Brüder waren Mitglieder einer einflussreichen katholischen Familie im 19. Jahrhundert. Besonders bekannt ist Johannes von Baudri (1804–1893), der als Weihbischof in Köln wirkte und eine bedeutende Rolle in der katholischen Kirche spielte.
Weiter ging es zum Wilhelmplatz und dem Taj Mahal, wie der Bau scherzhaft genannt wird. Die Bezeichnung wurde bei der Einweihung des Neubaus im Mai 1992 vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger verwendet. Der Markt auf dem Wilhelmplatz findet an jedem Werktag statt und das bereits seit 125 Jahren!

In der Folge führte uns der Weg über den Schillplatz mit der Kirche St. Heinrich und Kunigund zum Erzbergerplatz, der früher Königin Luise Platz hieß.
Im Nippeser Tälchen erfuhren wir dann, wie Nippes vermutlich zu seinem Namen kam: der Begriff Nipp bedeutet Anhöhe. Und da sich das Veedel auf leicht erhöhtem Gelände nördlich der Kölner Altstadt befindet, entstand der Name Nippes

Ein herzliches Dankeschön an Hoff vom Archiv für Stadtteilgeschichte Köln Nippes e.V. für die vielen Informationen und Geschichten rund um Nippes und natürlich auch an alle Teilnehmer für ihr Interesse an dieser Veedelsführung!
Bettina Weber, 25.07.2025